Was gibt es Köstlicheres als frische Erdbeeren direkt vom Feld? Den ersten Spargel der Saison? Knackige Äpfel vom Baum im eigenen Garten? Gemüse und Obst schmecken besonders gut, wenn sie frisch geerntet werden.
Bananen aus Honduras, Äpfel aus Neuseeland oder Weintrauben aus Südafrika werden oft unreif geerntet und haben einen langen Weg vor sich, auf dem Treibstoff verbraucht, die Luft verpestet und Feinstaub produziert wird, bis sie in den Regalen unserer Supermärkte landen. Zudem müssen sie gekühlt und feucht gehalten werden. Auch das verbraucht Energie und ist umweltbelastend. Außerdem werden in dunklen, kalten Lagerräumen Inhalts- und Geschmacksstoffe zerstört. Deshalb unser Tipp: Achten Sie beim Einkauf auf einheimische Ware – damit tun Sie sich selbst und der Umwelt einen Gefallen. Bei Obst und Gemüse muss das Ursprungsland angegeben werden, so dass Sie auch im Supermarkt Einheimisches erkennen. Oder Sie kaufen direkt beim Erzeuger.
Doch Achtung: Sie als Verbraucher werden weder Ihrer eigenen Gesundheit noch der Umwelt gerecht, wenn das einheimische Obst oder Gemüse mit hohem Energieaufwand hergestellt wurde. Wussten Sie beispielsweise, dass Spargelfelder beheizt werden, damit wir die köstlichen Stangen bereits im März genießen können? Dass unsere Tomaten fast das ganze Jahr über im Treibhaus gezogen werden? Ebenso wie Schlangengurken und Kopfsalat? Auch die ersten Erdbeeren stammen oft aus dem Treibhaus. Leider muss Treibhausware nicht gesondert gekennzeichnet werden. Deshalb sollten Sie beim Einkauf ein bisschen darauf achten, zu welcher Jahreszeit welches Obst und welches Gemüse wächst. Nur wenn Sie Obst und Gemüse der Saison kaufen, können Sie einigermaßen sicher sein, dass die Produkte aus dem Freiland stammen.
Beim Blick auf den Saisonkalender (z.B. den Saisonkalender der Verbraucherzentrale unter www.verbraucherzentrale.de) sehen Sie schnell: Juli und August sind fantastische Monate, was das Obst angeht. Jetzt ist die Zeit der Beerenfrüchte, der Kirschen und etwas später der Pflaumen. Einheimische Äpfel gibt es fast das ganze Jahr über, doch dabei handelt es sich meist um Lagerware. Von August bis Oktober jedoch gibt es frische Äpfel. Jetzt ist die Zeit, Unmengen von Apfelmus zu produzieren, die Erdbeeren zu pflücken und direkt auf den Kuchen zu legen oder aus Himbeeren, Johannisbeeren und Heidelbeeren phantastische Desserts zu zaubern und Marmelade zu kochen.
Leider ist diese Zeit schnell vorüber, im September wird das Angebot schnell schmaler und spätestens im November ist die Herrlichkeit vorüber. Wer jetzt noch Obst essen möchte – und wer möchte das nicht – hat die Wahl zwischen Importware, Konservenobst oder Tiefkühlkost. Letztere ist im Übrigen nicht so schlecht wie ihr Ruf. Zwar frisst auch das Einfrieren Energiereserven, doch der Gehalt an wertvollen Inhaltsstoffen ist deutlich besser als bei Konservenobst. Dies vor allem dann, wenn das Obst frisch vom Feld bzw. vom Baum oder Strauch industriell in schonenden Verfahren schockgefrostet wird.
Noch ein Wermutstropfen: Auch einheimische Ware ist häufig sehr stark durch Pestizide belastet. Es gibt durchaus Experten, die Import-Bioprodukte für umweltverträglicher und unbedenklicher halten als einheimische, konventionell gezogene Produkte. Letztendlich ist das im Wirrwarr der Produktions- und Deklarationsvorschriften verschiedener Länder, der Relevanz verschiedener Eingriffe in die Umwelt und der Messbarkeit von Umweltbelastungen nicht mehr zu durchschauen. Diese Entscheidung sei also Ihrer eigenen Risikoabschätzung anheim gestellt.
Beim Gemüse lohnt sich der Blick auf den Saisonkalender mehr noch als beim Obst, denn es gibt eine sehr viel größere Auswahl an Gemüsearten, die zudem eine längere Erntesaison haben. Die meisten Salatsorten gibt es durchgehend von Mai bis November, Feldsalat und Porree werden sogar im Winter geerntet. Berühmt ist der Grünkohl, der erst schmeckt, wenn der erste Frost zugeschlagen hat. Zudem lässt sich Gemüse mit relativ kleinem Aufwand lagern, so dass einheimische Lagerware fast das ganze Jahr über erhältlich ist. Nur Tomaten und Salatgurken müssen im Treibhaus gezogen werden – leider, denn sie gehören zu den beliebtesten Gemüsesorten überhaupt.
Importware stellt beim Gemüse keinen so großen Anteil dar wie beim Obst. Während Apfelsinen, Bananen und Ananas im kalten Deutschland einfach nicht gedeihen wollen, scheinen exotische Gemüsesorten mit unserem breiten einheimischen Angebot gar nicht konkurrieren zu können.
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