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Das Übel mit der Wurzel packen!


Ganz ohne geht´s nicht

Die Zeiten von Stollen, Lebkuchen und Zimtsternen sind vorbei. Das neue Jahr hält nun wieder andere Köstlichkeiten für jedermann bereit. Die sollen diesmal aber vor allem eines sein: so richtig gesund. Die meisten Festspeisen am Jahresende hatten eher negative Folgen und ließen vor allem den Cholesterinspiegel in die Höhe schnellen. Obst, Gemüse und eine generell vernünftige Ernährung könnten hier wieder normalisierend wirken. Ganz cholesterinfrei kann freilich niemand leben. Immerhin benötigt der Organismus Cholesterin für die Synthese zahlreicher lebenswichtiger Substanzen wie Testosteron und Östradiol oder die Hormone Adrenalin und Cortisol. Auch die Zellmembranen sind auf Cholesterin-Bausteine angewiesen. Einen Teil des Cholesterins stellt der Körper deshalb in der Leber und in der Darmschleimhaut selbst her. Nur den mit der Nahrung aufgenommenen Cholesterinanteil kann man in gewissen Grenzen beeinflussen. Neben den cholesterinarmen Nahrungsmitteln, spielt dabei eine recht wenig beachtete Substanzklasse eine große Rolle: Ballaststoffe.

Das große Los

Ballaststoffe tragen ihren Namen völlig zu Recht. Sie passieren zwar den Magen-Darm-Trakt, liefern aber keine oder fast keine Energie und verlassen den Körper wieder unverdaut als unnötiger Ballast. Bestimmte Vertreter dieser Klasse wie das Glucomannan sind jedoch alles andere als eine nutzlose Fracht. Im Gegenteil, sie gelten Insidern als das große Los, wenn es um die Gesundheit geht. Glucomannan ist ein wasserlösliches Polysaccharid, das aus der Wurzelknolle der Konjakpflanze Amorphophallus konjac gewonnen wird. Das aus physiologischer Sicht kalorienfreie Glucomannan bindet große Mengen an Flüssigkeit und kann daher enorm aufquellen.

Ein Gramm Glucomannan bindet bis zu 100 Gramm Wasser. Deswegen findet das Mehl der Konjak-Knolle in der asiatischen Küche als Bindemittel zum Beispiel für die Herstellung von Shiritaki-Nudeln Verwendung. Als Pulver verabreicht, quillt es natürlich auch im Magen auf und verursacht allein wegen des damit einhergehenden Volumenzuwachses ein rasches Sättigungsgefühl. Wahrhaftig ein Hauptgewinn für alle, die nach den Festtagen wieder abnehmen wollen.


Konjakwurzel abnehmen

Doppelt hilfreich

Glucomannan kann im Rahmen einer energiereduzierten Ernährung jedoch nicht nur zum Gewichtsverlust führen. Jener Gelbildner trägt zudem noch zur Aufrechterhaltung eines normalen Cholesterinspiegels im Blut bei*. Diese positive Wirkung stellt sich bereits bei einer täglichen Aufnahme von vier Gramm Glucomannan ein und ist nicht nur der reduzierten Nahrungsaufnahme zu verdanken. Glucomannan blockiert im Darm einen Teil der dort wirkenden Gallensäuren, die andernfalls in den Blutstrom rückresorbiert würden. Die Leber muss daher erneut Gallensäuren produzieren. Dabei verbraucht sie Cholesterin. So gesehen ist dieser Ballaststoff sogar von doppeltem Nutzen.



*Fußnote: Arvill, Boddin, Am J Clin Nutr. (1995); 61:585-9 / Callaher et al. J Am Coll Nutr. (2002); 21(5): 428-33




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