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Natürlicher Alterungsprozess


Im Laufe eines Menschenlebens tritt ein unausweichlicher und ganz natürlicher Prozess des Körpers ein, das Altern. Dieser Prozess ist unvermeidbar und keinesfalls negativ zu sehen, denn er gehört zum Leben dazu wie das Heranwachsen und die Pubertät. Die Gründe für das Einsetzen und den Vorgang des Alterns sind vielfältig und nicht abschließend geklärt. In der Medizin und Biologie werden unter anderen folgende Ansätze zur Erklärung diskutiert:


Genetische Ursachen

Die Teilungsfähigkeit unserer Körperzellen ist genetisch begrenzt. Es gibt also bei jeder Zellerneuerung einen „Verschleiß“ durch die Zellteilung. Für die Zellteilung entscheidend ist unser genetischer Code, die sogenannte DNS (Desoxyribonukleinsäure), die auf den Chromosomen in jeder Körperzelle vorliegen. Die Chromosomenenden (Telomere) bestehen aus längeren, eher unwichtigen DNS-Informationen und schützen die restliche DNS davor, abgebaut zu werden. Dieser Pufferbereich baut sich aber mit jeder Zellteilung immer mehr ab bis schließlich die wichtigen DNS-Anteile dem Abbau ausgesetzt sind. Damit droht der Verlust wichtiger DNS-Informationen. Die Zelle hört jetzt auf sich zu teilen und aktiviert eine Art Selbstzerstörungsprogramm, der Apoptose (programmierter Zelltod) genannt wird. Auch bei der Weitergabe des genetischen Codes bei der Zellteilung können sich im Laufe des Lebens kleine Fehler einschleichen. Dies kann Zellschädigungen verursachen, die auch Organe beeinträchtigen.


Zellschädigungen durch Sauerstoffradikale

Die so genannten freien Sauerstoffradikale entstehen im Stoffwechsel und können die Zellen sowie ihre Erbsubstanz schädigen. Die Entstehung der freien Radikalen kann z.B. durch ungesunde Ernährung, Rauchen, starke UV-Strahlenbelastung oder durch chronische Entzündungsprozesse, aber auch Stress begünstigt werden. Normalerweise kann der Organismus durch spezielle Mechanismen freie Radikale einfangen und den oxidativen Stress begrenzen. Im Alter funktionieren diese Mechanismen allerdings zunehmend schlechter.


Anhäufung von Stoffwechselabfallprodukten

Im menschlichen Körper können sich unter normalen physiologischen Bedingungen Proteine mit Zuckerverbindungen vernetzen, wodurch das Protein in seiner ursprünglichen Funktion gestört wird. Diese altersbedingten Vernetzungen von Eiweißstoffen könnten bei der Entstehung von diversen Stoffwechselstörungen, der Abnahme von Muskelmasse, an Bindegewebsveränderungen, der Alzheimer-Demenz oder verschiedenen Nierenerkrankungen beteiligt sein.


Funktionsänderungen im Hormonsystem

Mit zunehmendem Alter verliert der Hypothalamus seine Fähigkeit zur Regulation der Hormonausschüttung, es werden weniger Hormone ausgeschieden. Hormone (Botenstoffe) sind zur Steuerung wesentlicher Körperfunktionen von Bedeutung und auch nur geringfügige Schwankungen können zu Dysfunktionen verschiedener Körperfunktionen führen.




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