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Das Gehirn - Zentrum des Denkens


Das Gehirn: Denken – Konzentration – Geistig Leistungsfähig. o ist nur wieder der Schlüssel, habe ich das Handy dabei? Wann hat meine Mutter nochmal Geburtstag? Es sind so viele Kleinigkeiten, die man sich am Tag merken muss. Es ist ganz natürlich, dass da auch mal was vergessen wird. Aber wenn das eher die Regel als die Ausnahme ist, kann das unterschiedliche Gründe haben.


Der Aufbau des Gehirns

Als Gehirn wird der im Kopf lokalisierte Teil des Zentralennervensystems (ZNS) bezeichnet. Vereinfacht besteht es aus vier Hauptbereichen: Das Gehirn hat die Funktion Sinneswahrnehmungen und komplexe Verhaltensweisen zu koordinieren. Es ist der Ort, wo komplexe Informationen verarbeitet werden. Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass es etwa 20% unseres Grundbedarfs an Energie verbraucht. Die Energie wird primär für die Informationsleitung benötigt. Energie gewinnt das Gehirn aus Glukose und Ketonkörpern.

Das Großhirn

Das Großhirn ist in der Mitte durch einen Einschnitt in zwei Halbkugeln (Hemisphären) geteilt. Hier läuft vor allem das Denken, Fühlen und Handeln ab. Die beiden Gehirnhälften sind durch den sogenannten Balken verbunden.


Das Zwischenhirn

Das Zwischenhirn besteht aus Thalamus und Hypothalamus mit der angeschlossenen Hypophyse (Hirnanhangsdrüse). Jeder Reiz (Berührung, Geruch) muss durch den Thalamus, wo diese Reize gefiltert werden. Der Hypothalamus steuert die Ausschüttung von Hormonen.


Das Kleinhirn

Hinter dem Großhirn ist das nur ein Siebtel so großes Kleinhirn angelagert. Es ist zum Beispiel für Gleichgewicht und Bewegungen und deren Koordination verantwortlich.


Der Hirnstamm

Der Hirnstamm reguliert viele wichtige Vitalfunktionen wie Kreislauf, Blutdruck, Atmung und Schlaf.


Das Gedächtnis – Die Speicherung von Informationen

Können Sie sich noch an Ihren 10ten Geburtstag erinnern? Wie war das Wetter? Wer war da? Was haben Sie für Geschenke bekommen? Oder an den letzten Urlaub? Ihren ersten Kuss? Dass einige Ereignisse präsenter sind als andere ist ganz normal. Im Gehirn gehen tägliche viele Sinneseindrücke ein. Diese werden gefiltert und Gespeichert. Mal länger und mal kürzer, damit unser Erinnerungspool nicht überlastet. Speicherorte sind:


  • Sensorisches Gedächtnis
  • Kurzeitgedächtnis
  • Langzeit Gedächtnis

Vergesslichkeit ist bis zu einem gewissen Grad normal. Wer Merkdefizite bei sich bemerkt sollte frühzeitig zum Arzt gehen, den präventive Maßnahmen einzuleiten ist für die Gehirnleistung das A und O. Zahlreiche Erkrankungen können die Gedächtnisleistung beeinträchtigen. Das geht von leichten kognitiven Störungen, die gegebenenfalls leicht behandelbar sind bis hin zur Demenz oder Alzheimer.


Erkrankungen des Gehirns

Gehirnerkrankungen

Zahlreichen Funktionen, die das Gehirn ausübt, können durch verschiedene Erkrankungen beeinträchtigt werden. Erkrankungen reichen von Multiple Sklerose und Demenz über Schlaganfall bis hin zu Alzheimer. Daneben gibt es eine einige Krankheiten, die sich im Themengebiet Gehirn und Nerven ansammeln, darunter folgende Arten von Erkrankungen:


Demenz

Tritt bei verschiedenen degenerativen und nichtdegenerativen Erkrankungen des Gehirns auf. Der Begriff fasst Defizite im kognitiven, emotionalen und sozialen Bereich zusammen. Vor allem betroffen ist das Kurzzeitgedächtnis, das denkvermöge, die Motorik, manchmal auch die Persönlichkeitsstruktur. Die häufigste Ursache einer Demenz ist die Alzheimer-Krankheit. Die Alzheimer-Demenz tritt in der Regel erst jenseits des 60. Lebensjahres auf. Weitere Formen sind:


  • Vaskuläre Demenz
  • Lewy-Körperchen-Demenz
  • Frontotemporale Demenz bzw. Pick-Krankheit
  • Creutzfeldt-Jakob-Krankheit
  • Korsakow-Syndrom
  • Parkinson Demenz

Hauptrisikofaktor für eine Demenz ist nach der vorherrschenden wissenschaftlichen Meinung das hohe Lebensalter. Weitere Risikofaktoren sind kardiovaskuläre Faktoren.


Alzheimer

Die Alzheimer-Krankheit (lateinisch Morbus Alzheimer) ist eine neurodegenerative Erkrankung. Alzheimer ist eine Erkrankung des Gehirns, die vorrangig vom fortschreitenden Verlust des Gedächtnisses geprägt ist. Benannt ist die Erkrankung nach dem deutschen Neurologen Alois Alzheimer, der 1906 die Krankheit zum ersten Mal wissenschaftlich beschrieben hat.

Im deutschen Sprachraum werden die Begriffe Alzheimer und Demenz von Laien oftmals synonym verwendet, was aber nicht korrekt ist. Korrekterweise ist Alzheimer die häufigste Form von Demenz. Bereits einige Jahre vor Auftreten der ersten klinischen Symptome bilden sich im Gehirn des Erkrankten Plaques. Zusammen mit dem Plaques bilden sich Neurofibrillen, die sich in den Neuronen ablagern.

Der größte Risikofaktor für die Erkrankung ist das Alter. Synchron mit der steigenden Lebenserwartung in den Industrienationen, stieg auf die Prävalenz der Alzheimer-Krankheit. Jedes Jahr erkranken zwischen 120.000 und 160.000 Menschen neu. Die Behandlung der Alzheimerkrankheit hat in den letzten Jahren große Fortschritte gemacht, trotzdem ist sie noch nicht heilbar. Deshalb kommt präventiven Maßnahmen zur Unterstützung der Gehirnleistung eine große Bedeutung zu.


Schlaganfall

Der Schlaganfall ist eine plötzlich auftretende Erkrankung des Gehirns. Sie geht mit einer schlechten Blutversorgung des Gehirns einher, sodass das Gehirn auch nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt werden kann. Symptome treten plötzlich auf und je nach Schwergrad ist es möglich, dass mehrere Symptome gleichzeitig auftreten. Typische Symptome sind:


  • halbseitige (also die rechte oder linke Körperhälfte betreffende) Lähmungserscheinungen oder Gefühlsstörungen.
  • plötzlich „hängender Mundwinkel“ kann Zeichen eines Schlaganfalls sein
  • Sprech- und Sprachstörungen, teilweise auch mit Unvermögen, Gesprochenes zu verstehen
  • plötzlich aufgetretene Sehstörungen wie Doppelbildersehen oder Sehverlust für eine Seite der Umgebung

Grundsätzlich gilt: Jeder Schlaganfall wird als Notfall eingestuft!


Ein wichtiger Faktor für das Risiko, einen Schlaganfall zu erleiden, ist der individuelle Lebensstil. Wichtige präventive Maßnahmen sind:


  • ein normaler Blutdruck
  • normale Blutzuckerwerte
  • Nikotin-Abstinenz
  • Körperliche Aktivität
  • Reduktion von Übergewicht
  • normale Cholesterinwerte

Gedächtnisleistung erhalten - Prävention ist das "A & O"

Es ist nie zu spät etwas für seine geistige Leistungsfähigkeit zu tun, den hier gilt das alte Sprichwort "Prävention ist das "A & O". Folgende Aspekte sollten Sie hierbei beachten:


Ernährung

Im Allgemeinen versorgt eine ausgewogene und gesunde Ernährung auch das Gehirn und unterstützt so Ihre Denkfähigkeit und Konzentrationsfähigkeit.


Vitamine

B-Vitamine – die Nervenvitamine. Vor allem die B-Vitamine B3, B5 und B12 sind weitreichend für Ihren Einfluss auf die geistige Leistungsfähigkeit bekannt. In der Vielzahl von klinischen Studien, die den Zusammenhang zwischen B12 und neurologischen Erkrankungen untersuchten, zeigte sich, dass Vitamin B12 in multikausalem Zusammenhang mit unserem zentralen Nervensystem steht. Niacin, das Vitamin B3, fördert im Gehirn die Bildung von Botenstoffen, mit deren Hilfe Informationen von Nervenzelle zu Nervenzelle transportiert werden.


Mineralien

Mineralstoffe unterstützen die psychische und kognitive Funktion. Im zentralen Nervensystem hat Zink eine Rolle als Co-Faktor und ist mit einem hohen Anteil in den Synapsen von spezifischen Nervenzellen, genannt zinkhaltige Neuronen, enthalten. Ein zu niedriger Magnesiumstatus hingegen wird mit verschiedenen Symptomen wie Depression, Psychose, Reizbarkeit oder Verwirrtheit in Verbindung gebracht.


Pflanzenstoffe

Rhodiola Rosea, oder Rosenwurz im normalen Sprachgebrauch, gehört zur Familie der Dickblattgewächse. In Sibirien ist der Rosenwurz aufgrund seiner geschätzten Inhaltsstoffe als „goldene Wurzel“ bekannt. Der wertvolle Inhaltsstoff des Rosenwurzes sind die Rosavine. Der Wirkstoff des Rosenwurzes sind die Rosavine. Rhodiola Rosea trägt zu einer normalen Blutzirkulation bei, welche mit einer normalen Gehirnaktivität und Leistung assoziiert ist.


Melisse

Melisse, genauer Melissa officinalis, wird in der Neurowissenschaft mit besonderem Augenmerk geprüft und es existieren vielversprechende Ansätze. Die aktuellen Forschungsergebnisse lassen die Folgerung zu, dass weitere Studien angegangen werden sollen. Für die Volksmedizin war Melissa officinalis in früheren Epochen nahezu unentbehrlich. Die Äbtissin Hildegard von Bingen schrieb ihr im 12. Jahrhundert gar die Heilkraft von 15 Kräutern zu.


DHA – Fettsäuren für das Gehirn

Unser Gehirn besteht zu 60% aus Fetten, von denen das DHA rund 30 Prozent ausmacht. DHA steht als Abkürzung für die Docosahexaensäure. Hierbei handelt es sich um eine Omega 3-Fettsäure. Sehr empfehlenswert ist das DHA, welches aus gezüchteten Süßwasseralgen gewonnen wurde.


Antioxidantien

Da im Gehirn sehr viel Sauerstoff benötigt wird entstehen auch hier viele freie Radikale. Freie Radikale, die die Zellen und somit auch die Gehirnzellen schädigen können. Daher ist es besonders wichtig das Gehirn mit Radikalfängern (z.B. wichtige Vitamine, Mineralien und sekundäre Pflanzenstoffe) zu versorgen.


Brain-Food

Das Gehirn ist ein stoffwechselaktives Organ, welches viel Energie verbraucht. Brain-Food ist ein feststehender Begriff in der Ernährungswissenschaft. Allerdings steht hier der Forschungsansatz noch am Anfang. Aber erste Studien haben gezeigt, dass wenn besonders Nüsse und Äpfel statt Fastfood verzehrt werden, die Hirnleistung steigt. Weitere Forschung ist notwendig um diese Ansätze zu belegen und ausbauen.


Sport - Gehirnjogging mal anders!

Sport machen

Sportlich aktiv sein

Gehirnjogging mal anders. Immer mehr Studien zeigen, dass körperliche Aktivität die geistige Leistung fördern kann. Was genau am Sport die Umbauprozesse im Gehirn in Gang setzt, darüber wird noch spekuliert. Eine Erklärung ist, dass das Gehirn während der körperlichen Aktivität besser mit Sauerstoff versorgt wird. Schon beim Spazierengehen kann die Durchblutung des Gehirns um etwa 20 Prozent gesteigert werden, bei mittlerer Belastung um bis zu 30 Prozent. [1]


Gehirntraining

Das Gehirn ist ein Muskel und so ist es genauso wie mit anderen Muskeln. Nur wer sie trainiert stärkt die Muskeln. Mögliche Trainingspartner sind Gehirnjoggingspiel für den Nintendo, Smartphone oder den Computer. Aber auch ohne technische Hilfsmittel funktioniert Gehirnjogging. Holen Sie ihr Memory wieder aus dem Schrank oder spielen Sie doch mal wieder Koffer packen. Auch Sudokorätsel sind hilfreich.


Neue Herausforderungen

Das Gehirn ist ständig und auch noch in höherem Alter lernfähig. Herausforderungen wie eine neue Sprache zu erlernen, können ihrem Gehirn eine ganz neue Herausforderung bieten und es fit halten.


Wussten Sie schon, was Gedächtnis in anderen Sprachen heißt?
Versuchen Sie es sich zu merken!

Englisch = menory

Französisch = mémoire

Spanisch = memoria

Kroatisch = memorija

Finnisch = muisti


Genügend Schlaf

Schaffen Sie für Ihr Gehirn Ruhepausen. Gerade beim Schlaf verarbeitet es Sinneseindrücke und speichert diese ab. Kein Muskel kann 24 Stunden am Tag volle Power geben.




[1] Angevaren M, Aufdemkampe G, Verhaar HJJ et al (2008) Physical activity and enhanced fitnessto improve cognitive function in older people without known cognitive impairment. Cochrane Database Syst Rev 16(3):CD005381
[2] http://www.alzheimer.de/alzheimer/alzheimer/hauefigkeit.html



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