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Das Licht der Welt

Unser Auge ist ein Wunderwerk der Natur. Der Sehsinn vermittelt uns rund 80 Prozent aller Eindrücke unserer Umwelt, die wir im Gehirn verarbeiten. Das Auge – unser Tor zur Welt. Wir können etwa 150 Farbtöne unterscheiden und zu einer halben Million verschiedener Farbempfindungen kombinieren. Daneben passt es sich blitzschnell unterschiedlichen Lichtverhältnissen an und fokussiert innerhalb von Sekundenbruchteilen. Wie wichtig die Augen für unser Leben sind, können vermutlich nur diejenigen wirklich begreifen, denen das Augenlicht fehlt.


"Sehen können" bedeutet: Licht muss von außen ungehindert durch das gesamte Auge bis zur Netzhaut gelangen und dort Nervenzellen erregen. Dabei hat das Auge die Aufgabe, das einfallende Licht in Nervenimpulse umzuwandeln, die an das Gehirn weitergeleitet werden. Das eigentliche Bild von unserer Umwelt entsteht dann erst dort.


Was ist Licht?


Physikalisch betrachtet, ist Licht eine elektromagnetische Wellenstrahlung wie die Radiowellen, die UV-Strahlung oder die Röntgenstrahlung. Diese Strahlen unterscheiden sich in ihrer Wellenlänge und dadurch in ihren Eigenschaften. Allein für die Strahlung, die wir als “sichtbares Licht” bezeichnen, besitzt unser Auge Rezeptoren und nur deshalb können wir sie wahrnehmen. UV-Strahlung oder Infrarotstrahlung können wir nicht sehen und deshalb spricht man auch salopp vom “nicht sichtbaren Licht”. Auch wenn wir es nicht sehen können, so können wir es doch spüren, allerdings nur in Form seiner Folgen. Bei der Infrarotstrahlung in Form von Wärme und bei der UV-Strahlung in Form der Bräunung oder im ungünstigen Fall des Sonnenbrand bzw. der Schädigung von Haut und Auge.


Licht - Gefahr oder Wohltat?


Zum einen wird oft vor der schädigenden Wirkung von Licht für das Auge (Makula-Schäden, Schneeblindheit, etc.) gewarnt. Nicht umsonst ist eine Sonnenbrille der Verkaufsschlager sowohl im Skiurlaub als auch im Sommer am Strand. Zum anderen hört man aber auch immer wieder von den positiven Effekten des Lichts. So ist zum Beispiel zur Bildung des lebenswichtigen Vitamin-D Licht notwendig. Mediziner sprechen von Licht als “Therapie” und Menschen mit Winterdepression werden vor “Lichtduschen” gesetzt. Licht hat also einen direkten Einfluss auf biochemische, aber auch seelische Reaktionen. Wie immer liegt die Wahrheit in der Mitte und positive Faktoren treffen auf Negatives. Ausschlaggebend für die Wirkung des Lichts sind seine Intensität und die Wellenlänge. Es kommt also mal wieder auf die richtige Dosierung an.


h3>Licht als Botenstoff für unseren Organismus
Licht

Die Wellenlänge des Lichtes - sprich die sichtbare oder unsichtbare Farbe - ist für mögliche Schäden des Auges von großer Bedeutung. Von der Haut kennt man die Wirkung des ultravioletten Lichts, der sogenannten UV-Strahlung: zunächst Bräunung, bei übermä ;ßiger Bestrahlung dann aber Förderung der Bildung von Hautschäden. Zu intensive UV-Strahlung kann auch am Auge langfristige Folgen haben. Eine ist die sogenannte “Schneeblindheit” oder die “Verblitzung”, bei der es zu einer vorübergehenden schmerzhaften Schä ;digung der Hornhautoberfläche und Sehverschlechterung kommt. Auch wird der UV-Strahlung eine negative Rolle bei der Entwicklung des Grauen Stars nachgesagt. Jüngere Forschungen der letzten Jahre betonen weiterhin die Risiken der UV-Strahlung für die Netzhaut, wo sie die Entwicklung sogenannter “freier Radikale” fördert, was langfristig zu einer Schädigung, der sogenannten Makulopathie, führen kann.


Licht ist bedeutsam für den Wach-Schlaf-Rhythmus also die biologische Uhr des Menschen. Über Rezeptoren in der Netzhaut wirkt das Licht aktivierend und unterdrückt die Ausschüttung von Melatonin, dem Botenstoff (ein Hormon) für die Nacht, der müde macht, den Stoffwechsel verlangsamt und die Körpertemperatur senkt. Ein Wechsel zwischen sehr hellen Phasen tagsüber und Dämmerung abends ist also entscheidend für den biologischen Tagesrhythmus. Zu Zeiten, als man sich noch die meiste Zeit draußen aufhielt war das kein Problem. Heute, wo wir bei weitaus geringeren Lichtintensitäten ständig “drinnen hocken”, kommt es insbesondere im Winter zu dauerhafter Ermüdung bis zur Depression, da uns die aktivierende und stimmungshebende Helligkeit fehlt.


Die sogenannte Winterdepression, bei der die Betroffenen über Energielosigkeit, Müdigkeit, übermäßige Traurigkeit und Heißhunger vor allem auf Süßes klagen, ist eine der Folgen des Lichtmangels im Auge. Durch den oben beschriebenen Melatoninüberschuss in den dunklen Wintermonaten wird die Produktion des Glückshormons Serotonin unterdrückt


Durch die Verknüpfung der Sehnerven mit den sogenannten vegetativen Regulationszentren (Steuerung innerer Funktionen, die unterbewusst ablaufen) wirkt Licht anregend auf Wachstumsprozesse, Eintritt der Geschlechtsreife, Knochenentwicklung, Blutbildung und die Tätigkeit innerer Drüsen (z.B. Schilddrüse, Hypophyse). Insofern ist ausreichendes Licht unverzichtbar für Aktivität, Vitalität, Motivation und Gesundheit.


Alltagstipps


Was Sie im Alltag für Ihre Augen tun können:


  • Lassen Sie viel Tageslicht in die Räume
  • Für das Arbeiten am Schreibtisch achten Sie auf genügende Helligkeit. Beleuchtung am Bildschirmarbeitsplatz muss sich an das Sehvermögen des Nutzers und die Arbeitsaufgabe anpassen lassen. Die Beleuchtungsstärke, das Maß für die Helligkeit an einem Ort, muss für die Arbeitsaufgabe ausreichend sein, am Bildschirmarbeitsplatz werden mindestens 500 Lux gefordert.
  • Achten Sie darauf Blendungen bei konzentrierten Seharbeiten (PC, Lesen) zu meiden. Hohe Kontraste im Blickfeld überfordern die Augen und sollen vermieden werden. Decken-, Steh- und Arbeitsplatzleuchten für das Büro benötigen einen Blendschutz
  • Sorgen Sie tagsüber für ausreichend helle Beleuchtung, abends dagegen darf es auch mal schummrig sein (zum Müde werden und Entspannen).
  • Gehen Sie so oft wie möglich, gerade auch im Winter, raus an die frische Luft, ins Helle und in die Sonne, denn allein die Zimmerbeleuchtung kann die positive Kraft der Sonne nicht ersetzen
  • Im Sommer sollten Sie Hände und Gesicht jeden Tag mindestens 20 Minuten lang dem hellen Tageslicht aussetzen, um die körpereigene Vitamin-D-Bildung zu fördern.
  • Schützen Sie Ihre Augen vor intensiver Sonneneinstrahlung (vor allem am Meer und im Gebirge)mit Sonnenbrillen bzw. bei industriellen Arbeiten (Schweißen, Hochofen etc.) mit Spezialbrillen mit Lichtfiltern



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