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Die Erkrankung des Volkes


Diabetes ist eine chronische Stoffwechselerkrankung, die durch einen erhöhten Blutzuckerspiegel gekennzeichnet ist. Man unterscheidet den Diabetes in zwei Typen. Rund 90 Prozent der Erkrankten leiden am Typ 2-Diabetes. Die anderen Diabetiker sind am insulin-pflichtigen Typ 1 erkrankt. Die Symptome für den erhöhten „Zucker“, wie Diabetes im Volksmund genannt wird, sind nicht immer eindeutig, sodass oft einige Zeit vergeht, bis er entdeckt wird. Mittlerweile wird Diabetes zum Metabolischen Syndrom, den typischen Volkserkrankungen als Risikofaktor für arterielle Erkrankungen und koronare Herzerkrankungen gezählt:


  • Fettleibigkeit („Bauchfett“) - überwiegend bei Männern
  • Bluthochdruck
  • Fettstoffwechselstörung
  • erhöhte Glukosekonzentration im Blut oder Insulinresistenz (Diabetes Typ 2

Dieses Krankheitsbild kommt familiär gehäuft vor und betrifft mehr als 60 % der Menschen mit Typ-2-Diabetes. Je früher die Krankheit festgestellt wird, desto besser kann den Patienten geholfen werden. Das gilt auch für die Begleiterkrankungen des Diabetes. Noch immer herrscht die Angst bei Betroffenen und Risikobehafteten Gesunden, dass das Leben mit Diabetes zu einem starken Abfall der Lebensqualität führt. Wir möchten Ihnen nicht die Verantwortung für ein entsprechendes Monitoring nehmen, aber wollen Ihnen auch aufzeigen, wie mit den heutigen Empfehlungen ein gutes Leben auch mit Diabetes möglich sein kann.

Diabetes – wie funktioniert das?

Diabetes die Erkrankung des Volkes

Als Diabetes mellitus wird eine Stoffwechselstörung bezeichnet, die durch ein Ungleichgewicht zweier Gegenspieler erzeugt wird: Glukose (der Blutzucker) und Insulin (ein Hormon / Botenstoff des Körpers). Ursächlich für die Entstehung von Diabetes können unsere Gene, Umweltfaktoren wie starkes Sonnenlicht, aber auch unser Lebensstil sein, der das Ungleichgewicht fördert.


Glukose

Jede Körperzelle benötigt für Ihren Zellstoffwechsel Energie. Der Energielieferant ist die Glukose, die durch Verdauungsvorgänge und biochemische Umwandlungen durch Aufnahme von Nahrung unserem Körper zugeführt wird. Dabei können unsere Muskel- oder auch Fettzellen die Glukose als Energieträger nicht speichern, so dass diese bei Bedarf aus dem Blut in die Zellen transportiert werden muss. Aus diesem Grund ist der Blutzuckerspiegel in unserem Blut im nahezu konstant.


Insulin

Insulin als Körpereigener Botenstoff ist der direkte Gegenspieler des Blutzuckers. Nachdem das Hormon in der Bauchspeicheldrüse produziert wurde strömt es aus und signalisiert den Zellen, mit leerem „Akku“, dass Glukose in die Zelle aufgenommen werden muss.


Dies hat zwei Folgen:

Der Blutzuckerspiegel wird reduziert und gleichzeitig steigt der Zuckergehalt in der Zelle an. Die Zelle verfügt nun über genügend Energieträger, um ihren Stoffwechsel fortzusetzen.

Besonders wichtig ist die dauernde Zufuhr von Glukose für unser Gehirn, die Leber und auch die Muskelgewebe.

Um den Blutzucker in einem normalen Bereich zu halten, sorgt unser Körper, dass genau die Menge an Insulin ausgeschüttet wird, die gerade benötigt wird. So kommt es nach der Aufnahme einer Mahlzeit schnell zu einem erhöhten Anstieg des Insulins, um den Blutzucker durch die externe Zufuhr nicht zu hoch schießen zu lassen. Eine zu hohe Konzentration an Zuckermolekülen in unseren Blutbahnen ist pures Gift für unsere Arterien und können diese schädigen.

Normale Blutzuckerwerte


Folgende Graphik zeigt die Blutzuckerwerte in Abhängigkeit von dem Tagesverlauf und Mahlzeiten. Beim Gesunden (grüne Linie) schwanken die Werte zwischen 80 und 120 mg/dl, beim Diabetiker steigen sie nach den Mahlzeiten stärker an (rote Linie). Mit dem Blutzucker steigt auch die Insulin-produktion des Körpers. Beim Diabetiker kommt es durch körperliche Aktivität, wie z. B. Radfahren, zu Blutzuckerabfällen.



Einteilung nach Symptomatik


Diabetes Typ 1

Häufigkeit: Mehr als 400.000 Deutsche sind erkrankt


Ursache:

  • Autoimmunerkrankung: Der Körper zerstört die Insulin-produzierenden eigenen Körperzellen
  • genetisch determiniert: In vielen Fällen tritt Diabetes familiär gehäuft auf

Folgen:

  • absoluter Insulinmangel: Die Produktion an Insulin ist zu gering für die Grundversorgung des Körpers und Diabetes-typische Symptome treten schnell auf

Erste Symptome:

  • Schwindel, Konzentrationsprobleme, etc. bis hin zur Hypoglykämie (Unterzuckerung) mit Herzklopfen, Schwindel, Unruhe


Diabetes Typ 2

Häufigkeit:

  • deutlich häufiger als Typ 1  90% aller Diabetiker fallen unter den Typ 2
  • ca. jeder 13. Deutsche leidet oder litt unter dem Typ 2

Ursache:

  • genetisch determiniert
  • relativer Insulinmangel: Die Körperzellen reagieren trotz entsprechender Insulinmenge nicht entsprechend auf das Hormon. Das eigentliche Problem ist also die Verwertung von Blutzucker

Folgen:

  • der Energiemangel in den Zellen wird zunächst mit einer Überproduktion an Insulin ausgeglichen
  • in frühen Stadien des Diabetes wird keine Insulintherapie benötigt, später ermüden die Bauchspeicheldrüsen jedoch immer mehr und die Insulintherapie lässt nach

Erste Symptome:

  • früher wurde der Typ 2 auch als Altersdiabetes bezeichnet. Mittlerweile erkranken aber auch bereits Kinder an dieser Form des „Zuckers“.
  • häufig ist der Typ 2 auch mit Übergewicht assoziiert
  • Symptomatisch ist eine erhöhte Urinproduktion, da die hohe Konzentration des Zuckers über den Urin aus dem Körper geschwemmt werden soll. Auch ein extrem hohes Durstgefühl ist typisch.

Sonderform: Schwangerschaftsdiabetes


Als Schwangerschaftsdiabetes bezeichnet man einen Diabetes, die erstmals während der Schwangerschaft auftritt bzw. erkannt wird

Ursache:

  • Verschiebung des Hormongleichgewichts erhöht den Blutzuckerspiegel
  • Häufig suboptimale Ernährung führt zu einem relativen Insulinmangel

Folgen:

  • In 85% aller Fälle genügt zur Therapie bereits eine ausgewogene Ernährung.
  • In einigen Fällen muss zusätzlich Insulin extern zugeführt werden.
  • Der Diabetes bleibt nach der Schwangerschaft nicht zwingend bestehen.


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