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Die Psyche des Menschen

Die Psyche macht einen Menschen unverwechselbar. Zwischen den psychischen und den oft auch körperlichen Beschwerden besteht manchmal ein enger Zusammenhang. Das heutige Verständnis von der Psyche bezieht sich auf das „Gesamtsystem“, was oft als Seelenleben oder Innenleben eines Menschen beschrieben wird. Nach Sigmund Freud liegen allen unseren Handlungen psychische Motive (Antriebsgründe und Beweggründe) zugrunde.


Psychische Störungen

Psychische Störungen sind krankhafte Veränderungen der Wahrnehmung, des Denkens, Fühlens, Verhaltens und der sozialen Beziehungen. Psychische Störungen betreffen diese Bereiche entweder wegen seelischer Prozesse oder aufgrund neuropsychiatrischer, systemischer oder hirnorganischer Erkrankungen. Zu den psychischen Störungen gehören unter anderem:


  • Depressionen
  • Stress – Burnout: Lesen Sie hier in unserem separatem Artikel: Stress - die neue Volkskrankheit
    ausführliche Informationen zu dem Thema
  • Angststörungen
  • Zwänge
  • Esstörungen
  • uvm.

Psychisch stark - gewusst wie!


Man ist was man isst. Es besteht tatsächlich - und das wurde vielfach wissenschaftlich bewiesen - ein kausaler Zusammenhang zwischen der Ernährung und der psychischen Verfassung. Sowohl präventiv als auch bei einer bestehenden Erkrankung sollte man darüber nachdenken seine Ernährung zu optimieren.


Ernährung

Die Ernährung kann einen großen Einfluss auf die Psychische Verfassung haben und umgekehrt ebenso. Wer kennt es nicht? Das Stück Schokolade hilft, wenn man traurig ist, aber manchmal schlägt eine schlechte psychische Verfassung genauso auf den Magen. Eine Zufuhr an verschiedenen Vitalstoffen und Lebensmitteln kann sinnvoll für eine normale psychische Funktion sein. Es ist längst bekannt, welche wichtige Rolle Nährstoffe wie essentielle Fettsäuren, Magnesium oder die Vitamine B6, B9 und B12 bei der Produktion von Neurotransmittern spielen. Eine mangelhafte Versorgung des Körpers mit diesen Nährstoffen trägt zu einem psychischen Ungleichgewicht bei.

Ein Review aus dem Jahr 2014 untersuchte den Zusammenhang zwischen Ernährungsmustern und Depressionen. Die Ergebnisse legen nahe, dass eine hohe Aufnahme v on Obst, Gemüse, Fisch und Vollkornprodukte mit einem reduzierten Risiko, an Depressionen zu erkranken, in Verbindung gebracht werden können.


Vitamin D

Vitamin D wird normalerweise über UV-Strahlung in der Haut gebildet, aber in Zeiten geringer Sonneneinstrahlung kann es schnell zu einem leichten Mangel kommen. Ein Vitamin-D-Mangel kann unter anderem Schlafstörungen auslösen. Wer schlecht schläft fühlt sich unausgeruht und ist schnell gestresst


Kakao

Kakao enthält die Aminosäure Tryptophan. Tryptophan ist unter anderem an der Bildung des Glückshormons Serotonin beteiligt. Aber auch die anderen wichtigen Inhaltsstoffe von Kakao wie z.B. Magnesium sind wichtig für die normale Funktion des Nervensystems.


Persönliche Schutzfaktoren - Warum manche Menschen gesund bleiben

Der Aufbau von Schutzfaktoren zur Erhaltung und Verbesserung von gesundheitsförderndem Denken, Fühlen und Verhalten kann die Gesundheit erhöhen, ganz besonders die Psychische. Untersuchungen konnten belegen, dass etwa 30 Prozent der Menschen selbst nach traumatischen Ereignissen oder trotz starker Dauerbelastung psychisch gesund bleiben. Derzeit existieren zwei Modelle, die zu erklären versuchen, unter welchen Bedingungen Menschen trotz hoher Belastungen keinen dauernden Schaden davontragen und sich wieder erholen.


Modellveranschaulichungen


Salutogenesemodell nach Aaron Antonovsky:

Aaron Antonvsky war ein Medizinsoziologe und entwickelte das Salutogenese-Modell (Salutogenese = Gesundheitsentstehung). Das Modell basiert auf der Frage warum manche Menschen gesund bleiben und andere krank werden obwohl anscheinend die gleichen Voraussetzungen gegeben sind. Diese Frage führte ihn dazu, welche Ressourcen und Eigenschaften die Gesundgebliebenen hatten. Er fand heraus, dass es Widerstandsressourcen gibt, die Stress (Stressoren) gegenübergestellt werden. Dabei steht nicht die Entstehung von Krankheiten (Pathogenese) und deren Heilung, sondern die Erhaltung von Gesundheit sowie das Auffinden sogenannter Schutzfaktoren im Mittelpunkt.

Antonovsky definiert Gesundheit nicht als Abwesenheit von Krankheit sondern als ein Kontinuum auf dem man sich zwischen Gesundheit und Krankheit bewegt. Dieses ist beeinflusst von Widerstandsressourcen und Gesundheitsrisiken.


Das Resilienzmodell:

Auch dieses Konzept liefert einen Erklärungsansatz, warum manche Menschen mit extremen Belastungen fertig werden, andere aber nicht. Basis dieses Modells war die Forschung an Kindern, die in benachteiligten Verhältnissen aufwuchsen. Mit Resilienz wird die innere Stärke bezeichnet, die es einem Menschen ermöglicht, Krisen, Dauerbelastungen und neue Herausforderungen erfolgreich zu meistern. Resilienz ist eine Fähigkeit, die man erlernen kann. Resiliente Menschen akzeptieren Fehlschlägen und Misserfolge und versuchen einen Sinn und eine persönliche Herausforderung darin zu sehnen.



Bestimmte Sichtweisen haben sich als gesundheitsförderlich und die Eigenverantwortung unterstützend herausgestellt.


  • Optimismus und Selbstvertrauen
  • Kohärenzsinn (positive Grundhaltung, Grundvertrauen)
  • Angststörungen
  • Lebenssinn
  • Humor und das Lachen

Sport

Sport trägt dazu bei, dass man mit sich und seinem Körper zufrieden ist. Durch das Überwinden von eigenen Widerständen, sowie von Ermüdungszuständen steigt die Stimmung und das Selbstwertgefühl. Studien zeigen außerdem, dass regelmäßige körperliche Aktivität auch Auswirkungen auf die Entstehung von Depressionen haben kann. [2] Weitere Forschung auf diesem Gebiet ist notwendig.





[1] Jun S Lai, Sarah Hiles, Alessandra Bisquera, Alexis J Hure, Mark McEvoy, and John Attia: A systematic review and meta-analysis of dietary patterns and depression in community-dwelling adults. 2014. The American Journal of clinical nutrition.
[2] Mammen G1, Faulkner G.: Physical activity and the prevention of depression: a systematic review of prospective studies. Am J Prev Med. 2013 Nov;45(5):649-57. doi: 10.1016/j.amepre.2013.08.001.




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