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Intoleranzen sind der neue Veganismus


Lebensmittelunverträglichkeiten oder -intoleranzen sind en vogue. Kaum jemand, der nicht entweder Gluten, Laktose oder Histamin nicht verträgt. Und wer all das doch verträgt, der legt sich eine feine Lebensmittelintoleranz zu, schließlich ist das DAS neue Accessoire, das man zu haben hat.

So, oder so ähnlich, kommt es einem manchmal vor, wenn man mit Freunden oder der Familie essen geht. Wo früher alle zugeschlagen haben was das Zeug hält, hört man heute plötzlich von Unverträglichkeiten, die wie Pilze aus dem Boden sprießen. Was vor 10 Jahre Vegetarier und Veganer waren, das sind heute die Lebensmittelintoleranten. Man hat das Gefühl, es gehe hier eher um einen Trend, als um eine tatsächliche gesundheitliche Sonderkondition.

Doch woran liegt das? Eventuell daran, dass das Gefühl vorherrscht, sich gesünder zu ernähren indem man auf etwas verzichtet, was andere gegebenenfalls nicht vertragen. Ist das der Fall? Wir gehen der Sache auf den Grund.


Laktoseintoleranz


Laktoseintoleranz Fotolia - Jenny Sturm

Laktoseintoleranz oder Milchzuckerunverträglichkeit bedeutet, dass von den Betroffenen keine Laktose verdaut werden kann. Isst ein von Laktoseunverträglichkeit Betroffener Produkte, die Milchzucker enthalten, wie beispielsweise Milch oder einige Sorten Käse, Quark oder Joghurt, so wird ihm dies mit Symptomen wie Blähungen, Bauchkrämpfen und Durchfall gedankt.

Da bis zu 20% aller Deutschen an einer solchen Laktoseintoleranz leiden, gibt es mittlerweile in den hiesigen Supermärkten zahlreiche Produkte, die das aufgreifen. Laktosefreie Milch beispielsweise, ein Produkt, dem die Laktose entzogen wurde, schmeckt der normalen Milch zum Verwechseln ähnlich, und kann problemlos konsumiert werden. Achten Sie einmal darauf - ganze Regale sind gefüllt mit laktosefreien Produkten wie Käse, Quark oder Joghurt. Natürlich sind diese Produkte teurer, als die Standardprodukte, die noch Laktose enthalten.

Daher sei gesagt: Laktosefreie Produkte bieten lediglich einen Vorteil, wenn Sie keine Laktose verdauen können, also eine Unverträglichkeit haben. Wer damit keine Probleme hat kann getrost auf diese Angebote verzichten, denn sie bringen gesunden Menschen keinerlei Vorteile. Im Gegenteil, sie belasten lediglich den Geldbeutel.

Übrigens: Käse enthält immer weniger Laktose, je länger er gereift ist. Parmesan beispielsweise ist daher für Laktoseintolerante absolut unbedenklich.


Glutenintoleranz


Glutenintoleranz Zöliakie Fotolia - asilja

Wer unter einer Glutenunverträglichkeit, oder auch Zöliakie, leidet, bei dem ist die Aufnahme einzelner Nährstoffe über die Dünndarmschleimhaut beeinträchtigt. Die Symptome beim Verzehr von Gluten sind unter anderem Fettstuhl oder Durchfall, aber auch Blutarmut, Müdigkeit oder Mangelerscheinungen einzelner Nährstoffe können auftreten.

Zöliakiepatienten sollten daher streng auf Gluten verzichten. Doch das ist kompliziert, denn die Liste der Produkte, die Gluten enthalten ist lang. Angefangen bei Roggen, Weizen, Hafer, Gerste und Dinkel sind auch Produkte wie Obstkonserven, Wurstwaren, Käsezubereitungen, Krabben sowie paniertes Fleisch in den meisten Fällen glutenhaltig. Da bei einer Person mit Glutenunverträglichkeit bereits geringste Mengen Gluten Symptome auslösen, muss eine strenge glutenfreie Diät unbedingt eingehalten werden.

Der Markt an glutunfreien Produkten, die auch als solche ausgezeichnet sind wächst jedoch stetig, sodass auch immer mehr Menschen, die keine Unverträglichkeit aufweisen, zu diesen Produkten greifen. Hierzu ist zu sagen, dass aus gesundheitlicher Sicht grundsätzlich nichts dagegen spricht. Gluten ist nicht per se ungesund, kann jedoch in großen Mengen verzehrt beispielsweise Übergewicht fördern. Das bedeutet jedoch nicht, dass jedes glutunfreie Produkt grundsätzlich gesund ist. Vor allem Fertigprodukte enthalten oft viele Zusätze, um einen möglichst authentischen Geschmack zu gewährleisten. Für Zöliakiepatienten mag das hin und wieder erstrebenswert sein, der gesunde Mensch tut sich jedoch damit nichts Gutes.


Histaminintoleranz


Wer unter einer Histaminunverträglichkeit leidet, verträgt keine histaminhaltigen Lebensmittel. Darunter fallen vor allem Fertiggerichte, die meisten Fischprodukte, lange gereifte Käsesorten, Sauerkraut, Alkohol und Schokolade. Die Symptome sind vielfältig, weshalb eine Histaminintoleranz häufig gar nicht oder sehr spät erkannt wird: Kopfschmerzen, Bauchschmerzen, Herzrasen oder Schwindel sind nur 4 Beispiele der langen Liste.

Da bei Histaminintoleranz vor allem natürliche und wenig verarbeitete Lebensmittel gegessen werden sollten, gibt es auf dem Markt kaum ausgezeichnet histaminfreie Lebensmittel. Eine Unverträglichkeit kann durch Antihistaminika gelindert werden. Konsultieren Sie Ihren Arzt für eine ausführliche Beratung.




Bildquellen: Fotolia | Text: Katharina
Quelle Laktoseintoleranz Quelle http://www.netdoktor.de/krankheiten/laktoseintoleranz/ Glutenintoleranz
Quelle http://www.apotheken-umschau.de/Zoeliakie
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