Quelle: fotolia

Knochenerkrankung Osteoporose


Die Krankheit "Osteoporose" ist eine Stoffwechselerkrankung der Knochen, die sich in einer Verminderung bzw. dem Verlust von Knochensubstanz und auch Knochenstruktur äußert. Diese Erkrankung wird auch im Volksmund als "Knochenschwund" bezeichnet. Knochen ist wie zuvor beschrieben, ein lebendiges Gewebe und wird kontinuierlich umgebaut. Beim gesunden Menschen halten sich ab- und aufbauende Prozesse die Waage. Bei Osteoporose ist diese Balance gestört – es wird mehr Knochensubstanz abgebaut als neue Knochensubstanz aufgebaut.


Wortbedeutung
  • Lexikon: Osteo = Knochen
  • poros = durchlässig, löcherig

Frauen leiden häufiger an Osteoporose als Männer, da mit den Wechseljahren die Östrogene als ein Schutzfaktor des Knochens ausfallen: Ein Drittel der Frauen und halb so viele Männer über 50 Jahre tragen das erhöhte Risiko an Osteoporose zu erkranken. Mehr als 130 000 Bundesbürger erleiden pro Jahr einen Oberschenkelhalsbruch oder einem Wirbelbruch der Wirbelsäule. Osteoporose ist eine schleichende, langsam fortschreitende Erkrankung, die in der Regel keine Frühwarnsymptome aufweist. Meist wird die Erkrankung erst bemerkt, wenn ein Knocheneinbruch zu schmerzhaften Fehlbelastungen führt oder wenn ein Knochen bricht. Diese Brüche führen langfristig dazu, dass die Patienten auf Hilfe im Alltag angewiesen sind. Vorbeugung ist also die beste Therapiemöglichkeit!


Frauen als Risikopatienten

Frauen sind doppelt so häufig von Osteoporose betroffen. Ursächlich dafür sind die geringere körperliche Arbeit, der starke Abfall der Hormone während der Menopause, eine unzureichende Calcium- und Nährstoffzufuhr sowie die durchschnittlich höhere Lebenserwartung von 7 Jahren.


Stärke der Erkrankung


Ursachen

Primäre Osteoporose:
in 80 bis 90 % der Fälle, bei der die Ursache nicht erfassbar ist.

Sekundäre Osteoporose:
in 10 bis 20 % kann die Osteoporose auf eine bestimmte Grund-krankheit bezogen werden.

Schweregrad 0
  • die Knochenmineraldichte ist niedrig
  • es liegen keine Brüche vor
  • die Patienten haben i.d.R. keine Beschwerden

Schweregrad 1
  • die Knochenmineraldichte ist deutlich erniedrigt
  • keine Brüche; jedoch erhöhtes Bruchrisiko
  • eine Behandlung ist erforderlich

Schweregrad 2
  • die Knochenmineraldichte ist deutlich erniedrigt
  • Auftreten erster Wirbelkörperfrakturen oder -brüche
  • Stark erhöhtes Risiko für weitere Frakturen
  • Medikamentöse Therapie und Rehabilitation

Schweregrad 3
  • die Knochenmineraldichte ist deutlich erniedrigt
  • es liegen mehrere Brüche nicht nur an den Wirbelkörpern, sondern auch an anderen Knochen vor
  • Schmerztherapie und Rehabilitation
  • Individuelle Operationsmöglichkeit

Wer trägt ein erhöhtes Risiko an Osteoporose zu leiden?


  • Untergewichtige Personen
  • Milchzuckerunverträglichkeit
  • Vegetarische Ernährungsweise
  • Diäten und Fasten
  • Allgemeine Ernährungsdefizite
  • Zu wenig UV-Strahlung und gleichzeitig keine Ernährungssupplemente
  • Übermäßiger Konsum vom Alkohol, Nikotin, Softdrinks z.B. Cola-Getränke
  • Bewegungsmangel und verminderte Muskelarbeit
  • Körpergrößenabnahme über vier Zentimeter
  • Häufige Stürze
  • Mangel an Sexualhormonen (bei der Frau: späte Pubertät, Entfernung der Eierstöcke, etc. beim Mann: Kastration und Probleme mit den Sexualhormonen)
  • Einnahme von bestimmten Medikamenten wie z.B. Cortison
  • Vorliegen bestimmter Krankheiten wie z.B. Diabetes mellitus, Schilddrüsenüberfunktion oder Morbus Cushing

Vorbeugung durch „Knochentraining“


Die Tatsache, dass jeder Mensch spätestens ab dem 35. Lebensjahr den Fortschritt des Knochenabbaus nur noch aufhalten, aber nicht vermeiden kann, zeigt wie wichtig die frühe Vorbeugung vor Osteoporose ist. Besonders wenn man weiß, dass Vorbeugung auf zwei wichtigen Säulen aufbaut: Der Versorgung mit Nähr- und Vitalstoffen für eine knochengesunde Ernährung und zudem ausreichender Bewegung, die Impulse für die Knochenstärkung liefert.


Letzteres wird deutlich, wenn man sich das Zusammenspiel zwischen Skelettmuskulatur und unseren Knochen anschaut. Muskeln sind durch die Sehnen direkt an unsere Muskeln gebunden und nur zusammen wird die Bewegung des Menschen ermöglicht.Ein Muskel der sich anspannt, übt dabei eine Kraft bzw. einen gewissen Druck auf den Knochen aus. Der erzeugte Zug wird dabei durch die Sehnen direkt an den Knochen weitergegeben. Knochen besitzen spezifische Sensoren, die die Stärke der Trainingsbelastung messen und als Info an unseren Körper weitergeben.


Es ist ein bestimmter Schwellenwert nötig, ab dem sie Signale eine positiven Wirkung haben. Die knochenaufbauenden Zellen, die Osteoblasten, beginnen Ihre Arbeit, die deutlich zu sehen ist. Knochen auf die entsprechende Muskelkraft ausgeübt wurde, sind wesentlich stabiler und fester als vergleichbare „untrainierte“ Knochen.


Bei Unterforderung, also wenig Muskelarbeit findet die Arbeit der Osteoblasten nicht nur NICHT statt, sondern es werden sogar Signale an die knochenfressenden Osteoklasten gesendet. Ein regelmäßiges, gut abgestimmtes Trainingsprogramm kann somit dem Knochenabbau entgegenwirken und hilft das Risiko für Osteoporose zu vermindern. Zudem wird diskutiert, ob es nach einem Bruch sogar förderlich ist, damit der Knochen schneller und stabiler zusammenwächst.Um das ideale Training für sich selber zu finden, sollte man den Experten fragen. Dabei können die Intensität und die Stärke des Trainings durch individuelle Faktoren wie Alter und Ausprägung der Osteoporose, sowie vorhandene Brüche stark unterschiedlich ausfallen. Denken Sie daran, Sport macht nur Sinn, wenn die Osteoblasten auch Nährstoffe zum Aufbau der Knochen zur Verfügung gestellt bekommen. Der kontinuierliche Einfluss der Ernährung und von Supplementen sollte auch an dieser Stelle Erwähnung finden.




Bildquellen: Fotolia
Teilen Mit: