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Risiko Diabetes


Wer trägt ein erhöhtes Risiko für Diabetes?


  • Menschen über 45 Jahre
  • Menschen mit BMI (Body Mass Index = Körper-Masse-Index) ≥ 27 kg/m²
  • Menschen mit Bluthochdruck
  • Menschen mit Fettstoffwechselstörungen
  • Menschen mit koronarer Herzerkrankung oder anderen Durchblutungsstörungen
  • Menschen, bei denen Diabetes in der Familie diagnostiziert wurde
  • Menschen, die schon mal erhöhten Blutzucker aufwiesen
  • Frauen, die einen Schwangerschaftsdiabetes hatten und mit Insulin behandelt wurden

Folgeerscheinungen durch Diabetes


Risiko Diabetes

Neben der oben beschriebenen Symptomatik ist das größte Problem für die Gesundheit die Veränderung unserer Blutbahnen. Generell unterteilt man Störungen von großen (Makro-) und kleinen (Mikro-Angiopathien) blutführenden Gefäßen. Bei den großen Blutgefäßen kommt es häufig zu einer Arteriosklerose, also einer Verengung der Arterien. Problematisch ist, dass besonders beim Typ 2 Diabetiker zusätzlich Bluthochdruck ein gestörter Fettstoffwechsel vorliegt. Die Kombination aus Diabetes, gestörtem Cholesterin und Triglyceriden führt zu Verengungen (Stenosen) und lokalen Gerinnseln (Thromben) in unserem Körper. Als Folge kommt es zu Problemen verschiedenster Körperzonen:


Herz- Kreislauf-Probleme

Die Verengung der Herzkranzgefäße vermindert die Versorgung der Herzzellen, die aber tägliche Höchstleistungen erbringen müssen. Ohne unseren Lebensmotor bei 100%iger Fitness zu halten, kann die Lebensqualität schnell abnehmen. Angefangen mit Herzstichen, die durch die schlechte Sauerstoffversorgung resultieren, bis zu einem erhöhten Risiko für einen Herzinfarkt sind die Folgen des Diabetes nicht zu vernachlässigen. Zudem führen die Koronarsklerosen zu einer Hypertonie, wie der erhöhte Blutdruck bezeichnet wird.


Nieren

Auch die Gefäße der Nieren sind häufig von Makro- und Mikro-Angiopathien betroffen. Die geschädigte Nierenfunktion und verminderte Harnproduktion führt zudem weiterhin zur Erhöhung des Blutdrucks. Dabei werden zum einen die kleinen Gefäße in den Funktionseinheiten der Niere, die Glomerulie geschädigt (es kommt zur „Undichtigkeit“ der Nieren), aber auch die größeren zuführenden Blutgefäße nehmen Schaden und verschlechtern die Nierentätigkeit. Zum einen kann es zu erhöhten Eiweißverlusten über Niere aufgrund der Undichtigkeit kommen, wobei andererseits die Filtrierfunktion gestört ist und weniger Harn produziert wird, was der Körper durch einen gesteigerten Blutdruck ausgleichen möchte.


Augen

Für die Erhaltung unserer gewohnten Sehkraft ist es unerlässlich unser Auge stets mit Nährstoffen, Vitaminen und Schutzfaktoren gegen das Sonnenlicht zu versorgen. Eine sogenannte Retinopathie, also die Verengung des kleinsten Blutgefäße, die unser Auge versorgen, hemmt die Zufuhr der oben genannten Prozesse. Die Sehkraft kann im Laufe der Zeit deutlich abnehmen und bis zur Erblindung führen.


Beine und Füße

Besonders die Marko-Schädigung der großen Arterien im Beinbereich stören die Durchblutung und somit die Versorgung von Beinen und Füßen. Die Mangelversorgung führt dabei zu Schmerzen beim Laufen. Der Schmerz resultiert dabei häufig aus Neuropathien, also bestimmter Nervenschädigungen. Das häufige Stehenbleiben wird gerne als Schaufenstererkrankung bezeichnet. Das weitaus größere Problem ist die mangelnde Versorgung mit Nähr- und Immunfaktoren. Besonders unsere Füße sind hohen Belastungen wie Druck und Abschürfungen ausgesetzt.


Wenn an ihnen eine kleine Verletzung auftritt, so heilt sie nicht mehr so gut. Es können sogar große offene und chronische Wunden auftreten. Zusammengefasst werden diese Wundheilstörungen mit dem Begriff des „diabetisches Fußsyndrom“. Jeder Diabetiker sollte seine Füße besonders und professionell pflegen lassen.


Gehirn und Demenzentwicklung

Als Folge des erhöhten Blutzuckers werden die sogenannten Schlagadern des Gehirns häufig in Mitleidenschaft gezogen. Die Plaque-reichen Verengungen führen zur Minderversorgung des Gehirns und erhöhen das Risiko für einen Schlaganfall. Besonders für den Typ-2-Diabetes gilt zudem, dass Patienten mit dem metabolischen Syndrom ein erhöhtes Risiko für eine Demenz bzw. Alzheimer-Erkrankung haben. Der Beginn wird aufgrund des schleichenden Krankheitsverlaufs nur selten rechtzeitig erkannt


Diagnosestellung Diabetes mellitus

Sie gehören zu den oben genannten Risikopatienten und haben erste Symptome wie erhöhtes Durstempfinden wahrgenommen. Stellen Sie sicher und machen Sie bei Ihrem Arzt einen Check-Up. Generell können zwei Tests Aufschluss über Ihren Gesundheitsstatus geben:


  • Glukose-Toleranz-Test:Der orale Glukose-Toleranz-Test wird auch als OGTT abgekürzt und als Zuckerbelastungstest bezeichnet. Hierbei schaut man sich an, wie der Körper auf eine extreme Zufuhr schnell verfügbarer Kohlenhydrate (Zucker) reagiert. Von außen wird dabei eine bestimmte Menge Zucker zugeführt und überprüft, wie gut der Körper diese verarbeiten kann.
    Der Blutzucker-Belastungstest wird beispielsweise dann durchgeführt, wenn trotz normaler Nüchtern-Blutzuckerwerte ein Verdacht auf Typ-2-Diabetes besteht – zum Beispiel wenn ein Patient übergewichtig ist und in seiner Familie gehäuft Diabetes vorkommt oder wenn der Nüchternwert grenzwertig erhöht ist. Als allgemeiner Diabetes-Suchtest wird der OGTT nicht empfohlen. Auch wenn die übrigen Werte einen Diabetes eindeutig nachweisen, ist der Test nicht sinnvoll.
    Zu Beginn der Untersuchung wird der Blutzuckerspiegel gemessen. Anschließend trinken Sie eine süße Testlösung. Sie besteht aus einer Wasser-Glucose-Lösung. Nach etwa 2 Stunden misst der durchführende Arzt den Blutzuckerspiegel erneut. In der Zwischenzeit können Sie sich normal bewegen, anstrengende körperliche Tätigkeit oder Bettruhe sollten Sie aber meiden.

    Nüchtern-Wert 2-Stunden-Wert
    Normalbefund < 100 mg/dl < 140 mg/dl
    gestörte Nüchternglucose > 100 mg/dl
    gestörte Glucosetoleranz > 140-199 mg/dl
    Diabetes > 126 mg/dl > 200 mg/dl


  • Langzeitwerte zur Diabetesmessung: Mit dem sogenannten HbA 1c-Wert kann man einen durchschnittlichen Blutzuckerspiegel über einen längeren Zeitraum ermitteln. Ganuer gibt dieser biochemische Wert Aufschluss über die Zuckerkonzentrationen der letzten 10 Wochen.

    Dabei sind kurzfristige extreme Anstiege nicht zu ermitteln, warum dieser Laborwert auch als Langzeitblutzuckerwert bezeichnet wird. Der HbA 1c-Wert wird daher häufig neben dem aktuellen Blutzuckerwert auch als "Goldstandard" in der Diabetestherapie bezeichnet. Ob der Blutzucker gut eingestellt ist, kann man anhand des HbA 1c-Wertes ablesen. Denn je besser der Blutzucker eingestellt ist, desto niedriger ist auch der HbA 1c-Wert. Bei gesunden Menschen liegt der HbA 1c-Wert zwischen 4,5 und 6,5 Prozent, bei Patienten mit gut eingestelltem Diabetes zwischen 6,5 und 7,0 Prozent und bei schlecht eingestellten Diabetikern über 7,5 Prozent. Aber was genau ist dieser Wert nun? Hämoglobin, auch "roter Blutfarbstoff" genannt, ist ein wichtiger Bestandteil der roten Blutkörperchen. Es bindet Sauerstoff und ermöglicht so den Sauerstoff-Transport von der Lunge zu den Organen. Als HbA1c bezeichnet man Hämoglobin, an das sich ein Molekül Zucker (Glukose) angelagert hat, man spricht von „gezuckertem“ Blutfarbstoff. Dieses glykolysierte Hämoglobin kommt bei jedem Menschen ganz natürlich vor, ist jedoch von der Blutzuckerkonzentration direkt abhängig. Je höher also der Blutzuckerspiegel über einen gewissen Zeitraum, desto höher auch der HbA 1c-Wert.




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