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Salz - ja, nein, vielleicht?


Aktuell machen Schlagzeilen die Runde, die zu denen gehört, die uns Verbrauchern oft vor ein großes Fragezeichen stellen. "Zu wenig Salz ist ungesund" so lautet die Titelzeile. Bei den meisten von uns kommt da der Gedanke, war das nicht immer anders herum? Hieß es nicht immer, zu viel Salz ist ungesund?


Welche Rolle spielt Salz (Natrium) im Körper?

Einst ein Symbol des Reichtums und wertvoller noch als Gold und Seide ist Salz heute ein überall verwendetes Gewürz und hat definitiv Einfluss auf die Gesundheit. Kochsalz besteht wie der chemische Name "Natriumchlorid" bereits verrät, aus den Stoffen Natrium und Chlorid. n einem Gramm Kochsalz sind 0,4 g Natrium und 0,6 g Chlorid enthalten. Die meisten Kochsalze sind heutzutage mit Jod oder auch Fluorid zur Struma- und Kariesprophylaxe angereichert. Das im Salz enthaltene Natrium hat im Körper verschiedenste Funktionen:


Jede kleinste Aktivität unseres Körpers ist durch das Vorhandensein von Salz möglich. Salz sorgt dafür, dass im menschlichen Körper osmotische Prozesse stattfinden können, und erhält dadurch den Stoffwechsel aufrecht und regelt in erster Linie den Wasserhaushalt unseres Körpers, was bedeutet es hilft bei der Einlagerung oder Ausscheidung dessen. Auf diese Weise entsteht auch das Durstgefühl. Auch die Nährstoffaufnahme wird über Salz geregelt. Weiterhin ist Natrium Bestandteil des Knochens und am Aufbau des Membranpotentials für die Erregungsleitung, für Transportprozesse sowie an der Enzymregulation beteiligt.

Wie viel Salz ist gesund?

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt eine Salzzufuhr von weniger als 5 g pro Tag (entsprechend etwa einem Teelöffel Salz täglich. Nach den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) (2) wird die minimale tägliche Natrium-Zufuhr auf 550 mg geschätzt; diese Menge entspricht einer Kochsalzzufuhr von 1,4 g. Eine Speisesalzzufuhr von 6 g pro Tag (entsprechend 2,4 g Natrium) wird unter den aktuellen Lebensbedingungen als ausreichend betrachtet.


Versorgungslage in Deutschland

Salzgewinnung Salt ASLAN

Die zuständigen Behörden für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit sind sich darüber einig, dass bei den meisten Europäern der tägliche Konsum mit ca. 8–11 g weit über dem empfohlenen Niveau liegt. Zahlen der Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland (DEGS) des Robert-Koch-Institut (RKI) zeigen ein anderes Bild: Die tägliche Salzaufnahme liegt bei Frauen durchschnittlich bei 8,4 Gramm und bei Männern bei 10 Gramm. Die DEGS wird vom RKI als Bestandteil des Gesundheitsmonitorings in Deutschland durchgeführt. Die erste Erhebungswelle fand zwischen 2008-2011 statt und lieferte umfassende Gesundheitsdaten über Erwachsene (18-79 Jahre) in Deutschland.

Auch die Ergebnisse der Ernährungserhebung der Nationalen Verzehrsstudie (NVS II) deuten auf eine zu hohe Salzzufuhr der Bevölkerung hin. Hierbei konnte die tatsächliche Salzzufuhr jedoch nur grob geschätzt werden, da die in Lebensmitteltabellen angegebenen Natrium- bzw. Chloridwerte oft ungenau sind und auch das Zusalzen bei der Zubereitung von Speisen nicht erfasst wird. Was aber in der Tendenz heißt, dass die Werte wahrscheinlich höher als angegeben liegen. Sinnvoller ist es deshalb, die Salzaufnahme anhand der Natriumausscheidung im Urin zu ermitteln. Diese Daten lassen den Schluss zu, dass eine Salz-Unterdosierung in Deutschland eher unwahrscheinlich ist. Diese These ist natürlich aus dem Durchschnitt abgeleitet, Ausnahmen bestätigen die Regel.

Wertvolle Tipps:


Mein Tipp: An den Empfehlungen der großen Gesundheitsgesellschaften kann man sich immer orientieren. Wenn man den Eindruck hat, dass man sich in Bezug auf den Salzkonsum entgegen der allgemeinen Bevölkerung verhalte, ist eine individuelle Anpassung sinnvoll. Dies gilt im Übrigen nicht nur für den Salzkonsum. Durch das komplette Auslasse gewisser Speisen (neben Salz z.B. auch Fleisch oder Milchprodukte), muss Individuell geschaut werden, wie der jeweilige Nährstoffstatus ist.


Hier noch einige nützliche Hinweise zum Salzkonsum:


  • Achte auf die Natrium-Gehalte verpackter Lebensmittel. Mit dem Faktor 2,5 multipliziert erhältst Du einen Hinweis auf den möglicherweise enthaltenen Kochsalzgehalt.
  • Das Nachsalzen mit dem Salzstreuer macht nur einen geringen Teil des Salzverzehrs aus. Allerdings solltest Du das nicht zur Gewohnheit werden lassen und vorher kosten, um festzustellen, ob ein Nachsalzen wirklich nötig ist.
  • Frage beim Bäcker und Fleischer nach salzarmen Produkten, die sind oft ganz gut informiert.
  • Beachte den Natriumgehalt im Mineralwasser und kaufe ggf. ein Anderes.
Salzkonsum Salz ASLAN

Niedriger Salzgehalt Hoher Salzgehalt
Obst Wurst
Eier Pizza
Nüsse Rahmspinat TK
Tees Matjesfilet
Samen und Hülsenfrüchte Rotkohl aus dem Glas







Quellen:
[1] http://www.euro.who.int/de/health-topics/disease-prevention/nutrition/news/news/2011/10/reducing-salt-intake/frequently-asked-questions-about-salt-in-the-who-european-region [2] http://www.bmel.de/DE/Ernaehrung/GesundeErnaehrung/_Texte/DEGS_Salzstudie.html [3]http://www.bfr.bund.de/cm/343/gesundheitliche_bewertung_des_salzgehalts_industriell_vorgefertigter_gerichte.pdf



Bildquellen: Fotolia | Text: T. Pluhar
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