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Stress – die neue Volkskrankheit

Morgens zur Arbeit hetzten. Vielleicht vorher noch fix die Kinder in den Kindergarten oder zur Schule gebracht, durch den Stadtverkehr gefahren und direkt ins erste Meeting. Aber auch wer zu Hause ist und seine Familie managet steht oft 24 Stunden unter Stress und Druck und möchte sich und seiner Familie gerecht werden. Neuesten Umfragen zu Folge stehen auch schon Schüler so unter Druck, dass sie sich gestresst fühlen. Oft ist Burnout die Folge, was schon fast als Volkskrankheit gilt. Dies bestätigen auch Zahlen der großen deutschen Krankenkassen.


Was ist Stress?

Stress (engl. für „Druck, Anspannung“; lat. stringere „anspannen“) wird definiert als ein Zustand der Alarmbereitschaft des Organismus, der sich auf eine erhöhte Leistungsbereitschaft einstellt. [3] Der Begriff Stress wurde erstmals von Cannon in Bezug auf Alarmsituationen verwendet. Stress ist als eine psychische Belastung bekannt. Stress ist also ein Ungleichgewicht zwischen den inneren und äußeren Anforderungen an die Person und ihren Möglichkeiten, darauf zu reagieren. Dabei muss es dieses Ungleichgewicht objektiv gar nicht geben, doch der Betroffene empfindet es so.


Auf die Dosis kommt es an

Unter Stress versteht man im Allgemeinen die negativen Folgen bei Überforderung. Aber auch durch permanente Unterforderung können Gedanken, Gefühle und Verhaltensweisen entstehen, die Stress auslösen. Man unterscheidet zwischen positivem und negativem Stress. Stress ist also nicht nur negativ. In der richtigen Dosis kann er zu Höchstleistungen anspornen, etwa beim Leistungssportler. Auch das berühmte Lampenfieber hat schon so manchen Künstler auf der Bühne beflügelt. Aber auch die Dauer und Intensität des Stresses entscheidet, ob er uns krank macht oder nicht. Schlicht gesagt: Chronischer Stress schadet. Manche Stresssituationen sind fast für alle Menschen belastend: ein Unfall, der Tod eines Menschen, Arbeitslosigkeit. Meistens sind es aber die kleinen Dinge und Alltagsanstrengungen die chronischen Stress auslösen.


Eustress: Positiver Stress, beispielsweise wenn man die Geburt eines Kindes erwartet

Dysstress: Negativer Stress, beispielsweise wenn man geschieden wird.

Stress Symptome und Auswirkungen auf den Körper

Alltäglichen Stress kann der Körper in der Regel noch bekämpfen. Bei chronischem Stress führt der erhöhte Stresshormonpegel beispielsweise dazu, dass sowohl der Blutzucker- als auch der Cholesterinspiegel steigen, womit das Risiko für Diabetes und Herz-Kreislaufprobleme wächst. Man kann zwischen sofortigen, verzögerten und chronischen Reaktionen des Körpers unterscheiden:


Verzögert:

  • Die natürliche Abwehrfähigkeit nimmt ab
  • Gespeicherte Energien werden freigesetzt
  • Cortisol wird abgegeben
  • Drosslung der Produkt der Geschlechtshormone
  • Erhöhung der Anzahl der roten Blutkörperchen

Langhaltig:

  • Erschöpfung, Gereiztheit und Depressionen können Folge ständiger/überhöhter Cortisolausschüttung sein
  • gedrosselte Blutversorgung macht Magen- und Darmschleimhaut anfällig für Geschwüre
  • Das Ausbremsen der Abwehrzellen schwächt auf Dauer das Immunsystem
  • Elastizität der Blutgefäße nimmt ab
  • Erhöhung der Anzahl der roten Blutkörperchen

Sofort:

  • Erhöhtes Denkvermögen
  • Atmung ist beschleunigt
  • Puls und Blutdruck steigen
  • Produktion der „Fluchthormone“: Katecholamine steigt
  • Erhöhung der Anzahl der roten Blutkörperchen
  • Verdauung setzt aus
  • Blutgefäßerweiterung
  • Blutgeri9nnung nimmt zu

Endstation: Burnout

Eine klare Definition und was genau ein Burnout alles umfasst, darüber diskutiert die Fachwelt. Grundsätzlich beschreibt ein Burnout einen chronischen, körperlichen, mentalen und emotionalen Erschöpfungszustand. Das „ausgebrannt“ sein hat auch eine Starke Nähe zur Depression. Die Abgrenzung ist man nur müde und erschöpft oder schon ausgebrannt, ist oft nicht von einem selbst zu beantworten. Der Begriff "Burnout" kommt aus dem Englischen und bedeutet übersetzt "ausbrennen". Ausgebrannt, überfordert, total erschöpft. Stress gilt als DER Risikofaktor für ein Burn-Out. Eine große Arbeitsbelastung – übermäßiger Stress – kann durchaus ein Risiko für Burn-out darstellen. Offenbar existieren zudem Faktoren, die die Wahrscheinlichkeit noch erhöhen:


  • Nicht erfüllbare Vorgaben
  • unklare oder wechselnde Erfolgskriterien
  • große Verantwortung unter Zeitdruck
  • Langweilige Routinen
  • mangelnde Kontroll- und Einflussmöglichkeiten
  • stark wechselnde Arbeitszeiten, Schichtdienst
  • schlechtes Betriebsklima, Angst vor Arbeitslosigkeit

Vor allem spielt hierbei die Persönlichkeit eine Rolle, denn nicht jeder der chronischem Stress ausgesetzt ist oder die oben genannten Kriterien erfüllt, erkrankt an einem Burn-out.

Prävention

Der Barmer GEK Arztreport weist aus, dass niedergelassene Ärzte 2008 von den rund acht Millionen Versicherten der Barmer GEK 1.309 Versicherte mit der Diagnose Burnout arbeitsunfähig geschrieben haben.[1] Laut eines Berichts der Abteilung für Epidemiologie und Gesundheitsmonitoring des Robert-Koch-Instituts aus dem Jahr 2013 geben Frauen mit 13,9% signifikant häufiger eine überdurchschnittliche Stressbelastung an als Männer (8,2%).

Demnach sind nicht, wie man vielleicht meinen mag die Manager betroffen, sondern auch alle anderen Berufsgruppen. Nicht nur beruflicher Stress, auch privater Konfliktstoff spielt unter Umständen eine Rolle, nicht zuletzt auch die eigene Persönlichkeit. Oft trifft Burn-out Menschen, die hohe Ansprüche an sich selbst haben. Sie wollen alle Aufgaben perfekt erledigen. Auch das private Umfeld ist ein wichtiger Indikator der Erkrankung. Mit einem stabilen Privatleben lässt sich ein Burn-out oft vermeiden.

Mit Stress umgehen lernen

Stress als Volskkrankheit

Mit Stress umgehen zu lernen ist mittlerweile eine große Herausforderung. Es gibt einfach so viele Faktoren, die bei jemandem Stress auslösen und viele Kleinigkeiten können sich dann noch potenzieren und das Fass zum Überlaufen bringen. Damit das nicht passiert, sollte man frühzeitig Maßnahmen ergreifen, die dem Stress entgegenwirken. Die Frage ist, Flucht oder Angriff? Oder auch Prävention oder Therapie? Welches der richtige Weg ist, hängt maßgeblich davon ab welche Strategie festgelegt wird, um mit Stress fertig zu werden.

Ernährung

Überdenken Sie Ihre Ernährungsweise. Es gibt Lebensmittel und Inhaltsstoffe die nicht zuträglich für Entspannung sind. Anderseits gibt es auch einige Vital- und Nährstoffe die dazu beitragen können ihr Stresslevel zu normalisieren.


Vermeiden sollten sie den häufigen Konsum von:

  • Kaffee
  • Zucker
  • Alkohol

Inhaltstoffe und Lebensmittel (Soulfood), die Sie berücksichtigen sollten:

  • Obst und Gemüse
  • Fisch
  • Vitamin C
  • Zink
  • Pantothensäure
  • Omega-3-Fettsäuren

Auch die Situation des Essens ist entscheidend. Immer nur zwischen Tür und Angel oder direkt die Mittagspause am Arbeitsplatz zu verbringen, ist nicht die beste Wahl. Nehmen Sie sich die Zeit in Ruhe zu speisen. Danach werden Sie feststellen, dass sie wieder voll durchstarten können.

Sport

Sport und allgemeine körperliche Aktivität sind ein wichtiges Mittel gegen Stress. Sport ist in der Regel die einfachste Art um den Kopf frei zu bekommen. Gedanken-Kreisläufe und Teufelskreise werden unterbrochen. Man konzentriert sich auf sich selbst. Außerdem leistet regelmäßige körperliche Aktivität einen großen Beitrag für die Gesundheit. Das Immunsystem wird gestärkt. Durch den Trainingseffekt nehmen Belastbarkeit und Vitalität zu, die gesundheitliche Gesamtverfassung verbessert sich. Schmerzen (Kopfschmerzen, Rückenschmerzen) werden verhindert oder reduziert. Der Körper wird attraktiver.

Schlafrhythmus optimieren

Schlaf ist ein ganz besonders wichtiger Indikator um sich nicht gestresst zu fühlen. Wer morgens schon schlecht aus dem Bett kommt und sich fühlt als hätte er die ganze Nacht nicht geschlafen, der startet gestresst in den Tag. Nehmen Sie sich eine Zeit vor, zu der Sie zu Bett gehen. Schauen Sie kein Fernsehen mehr, das wühlt nur auf. Beginnen Sie kurz vor dem Einschlafen mit einigen Atem- und Entspannungsübungen. Lösen Sie sich von Ihrem Alltag.

Ziele setzten

Definieren Sie sich kurz- und langfristige Ziele. Fangen Sie an diese zu verwirklichen. Sie erhalten dadurch Kontrolle und Erfolgserlebnisse.

Entspannen Lernen

Entspannungstechniken können Sie ganz einfach erlernen oder Sie besuchen einen der vielen Kurse zur progressiven Muskelentspannung, Yoga, Thai Chi oder Qigong.

Massagen

Vielen Menschen können bei Massagen wunderbar entspannen. Dazu muss man nicht direkt zum Masseur oder Physiotherapeuten laufen. Auch Massagesitzauflagen oder Massagegeräte können sehr entspannend wirken.




[1] Link
[2] U. Hapke · U.E. Maske · C. Scheidt-Nave · L. Bode · R. Schlack · M.A. Busch Abteilung für Epidemiologie und Gesundheitsmonitoring, Robert Koch-Institut, Berlin: Chronischer Stress bei Erwachsenen in Deutschland Ergebnisse der Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland (DEGS1). Bundesgesundheitsbl 2013 · 56:749–754 DOI 10.1007/s00103-013-1690-9 Online publiziert: 27. Mai 2013
[3] Gesundheitsberichterstattung des Bundes



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