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Von Alpha bis Omega


Kanadische Forscher zeigten, dass die Testosteron-Synthese im Experiment durch Omega-3-Fettsäuren gesteigert werden kann. Allerdings spielt dabei deren spezifische Zusammensetzung und die Menge des verfügbaren Cholesterins eine komplizierte Rolle. Wesentlich einfacher ist der Zusammenhang zwischen Omega-3-Fettsäuren und der Gesundheit beim Menschen. Vor allem die Docosahexaensäure (DHA) und die Eicosapentaensäure (EPA) gelten als wichtige Bestandteile eines komplexen Schutzsystems für Blutgefäße, Herz, Augen und sogar für das Gehirn.


Das kleine A&O der Fettsäuren

Alpha ist der erste, Omega der letzte Buchstabe des griechischen Alphabets. Beide stehen für den Anfang und das Ende einer Sache. Dies hat man sich bei der Benennung von Fettsäuren zu Nutze gemacht. Eine Fettsäure ist ungesättigt, wenn sie chemische Doppelbindungen enthält. Die Position der Doppelbindungen wird von ihrem Ende her gezählt. Befindet sich die erste am dritten Kohlenstoffatom, spricht man von einer Omega-3-Fettsäure.

Gute Gründe


Warum sind Omega-3-Fettsäuren so wichtig für den Organismus? Zum einen halten sie die Omega-6-Fettsäuren in Balance, da ein Ungleichgewicht rheumatische Beschwerden begünstigen kann. Zum anderen beeinflussen sie die Blutfette und sind ein wichtiger Baustein aller Zellmembranen. Insgesamt tragen Omega-3-Fettsäuren zu einer normalen Funktion des Herz-Kreislauf-Systems bei. Einer ihrer Vorzüge wurde bereits mit den ersten Studien zu diesen essentiellen Substanzen entdeckt: Die geringe Herz-Kreislauf-Sterblichkeit bei ethnischen Gruppen, für die ein hoher Konsum an Omega-3-Fettsäuren typisch ist. Für die Funktion von Auge und Gehirn erweis sich vor allem DHA als unverzichtbar.

In diesem Zuge ist sicherlich auch die aus zwanzig Kohlenstoffatomen bestehende EPA interessant. Fehlen diese, werden die zerebrale Durchblutung und der neuronale Energiestoffwechsel beeinträchtigt. Sogar die Dopamin-Ausschüttung im Frontalhirn kann dann vermindert sein.


Keine Alternativen

Omega-3-Fettsäuren Fischöl

Die Aufnahme von EPA und DHA mit der Nahrung ist oft mangelhaft. Eine leider zu selten genutzte Quelle wären spezielle Mikro-Algen, von denen auch Meeres-Fische ihre Omega-3-Fettsäuren beziehen. Um einer Unterversorgung des Menschen mit diesen essentiellen Vitalstoffen Paroli zu bieten, werden gelegentlich pflanzliche Alternativen ins Spiel gebracht. So ist die in Leinsamen oder Rapsöl enthaltene α-Linolensäure zwar dem Wesen nach auch eine Omega-3-Fettsäure, dennoch bleibt ihr physiologischer Nutzen eher eingeschränkt. Europäische Behörden bestätigen die oben genannten gesundheitsfördernden Eigenschaften lediglich für DHA, nicht aber für α-Linolensäure.

Pflanzenöle sind zudem besonders reich an Omega-6-Fettsäuren. Letztere müsste der Organismus erst durch Einfügen einer zusätzlichen Doppelbindung an der besagten Omega-3-Position so verändern, dass vorteilhafte Effekte überhaupt möglich werden. Das dafür benötigte Enzym, die δ-6-Desaturase, ist beim Menschen in seiner Aktivität allerdings äußerst begrenzt.



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